Warum Erinnerung heute politische Bildung braucht: Gegen das Vergessen
Am 27. Januar erinnern wir an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz und gedenken der Opfer des Nationalsozialismus. In Magdeburg haben Mitarbeitende von Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt den Stolperstein für Albert Hirschland gereinigt und Blumen niedergelegt. Als Bildungsträger sind wir Pate dieses Stolpersteins und übernehmen damit Verantwortung für eine aktive Erinnerungskultur.
Albert Hirschland, geboren 1896, war Diplomkaufmann und Lehrer in Magdeburg. 1935 wurde er im Zuge einer antisemitischen Hetzkampagne verhaftet, zu Zuchthaus und Ehrverlust verurteilt und später in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort wurde er am 18. Februar 1943 ermordet. Sein Schicksal steht exemplarisch für die systematische Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung jüdischen Lebens im Nationalsozialismus.
Erinnerung ist für uns Teil politischer Bildungsarbeit für Jung und Alt. Landesweit in Sachsen-Anhalt bieten wir zahlreiche Veranstaltungen an, in denen wir demokratische Grundsätze, Arbeitnehmer:innenrechte und gesellschaftliche Verantwortung vermitteln. In einem Projekt arbeiten wir mit Lebensgeschichten von Menschen, die in drei unterschiedlichen politischen Systemen gelebt haben, und machen erfahrbar, wie politische Rahmenbedingungen Freiheit, Teilhabe und Menschenwürde prägen. Gedenkstättenfahrten und Bildungsurlaube, unter anderem nach Polen, schaffen darüber hinaus Räume für vertiefte Auseinandersetzung und historisches Lernen.
Der Stolperstein in Magdeburg ist ein konkreter Ort des Gedenkens – unsere Bildungsarbeit verbindet Erinnerung mit Gegenwart und Verantwortung.