Sozial- und Wirtschaftspolitik im Diskurs: Unverzichtbare Solidargemeinschaft oder überteuertes Auslaufmodell? Sozialstaat, Rente und öffentliche Infrastruktur
Sind die Sozialausgaben explodiert? Brauchen wir mehr Wettbewerb? Was bringt der Sozialstaat überhaupt? Und können wir uns den noch leisten?
„Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz im August 2025. Ob Kranken- oder Pflegeversicherung, Rente oder Grundsicherung: sämtliche Sozialleistungen stehen im Moment auf dem Prüfstand. Der Sozialstaat kann aber nicht einfach so abgeschafft werden, er hat in Deutschland Verfassungsrang. Mit der Ökonomin Dr. Katja Rietzler schauen wir uns an, ob die Sozialausgaben wirklich explodiert sind, wie wirksam der Sozialstaat ist und ob er den Wettbewerb bremst. Ist er überholt und überteuert oder kann er auch ein Zukunftsmodell sein?
Lernziele: Die Veranstaltung vermittelt Fakten und Zahlen zu den tatsächlichen Sozialstaatsausgaben und Wirkungen des Sozialstaats. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit dem Wert des Sozialstaats, der Risiken abfedert, sozialen Ausgleich und gesellschaftlichen Zusammenhalt schafft. Somit hinterfragt die Veranstaltungsreihe den Mythos, der Sozialstaat sei heute unbrauchbar, bremsend und nicht zukunftsfähig. Gemeinsam überlegen die Teilnehmenden, was für sie soziale Gerechtigkeit bedeutet und wie ein solidarischer Sozialstaat der Zukunft aussehen könnte.
Zielgruppen: politisch interessierte Erwachsene, Gewerkschaftsmitglieder und -aktive
Referentin: Dr. Katja Rietzler, Ökonomin, Institut für Makroökonomie- und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung
Moderation: Sophie Bose, M.A. Soziologie, Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt
Online-Veranstaltungsreihe, 22.09.-13.10.2026, immer dienstags 18-20 Uhr
Sozial- und Wirtschaftspolitik im Diskurs
Arbeitnehmer:innen in Deutschland arbeiten zu wenig, Sozialstaat und Klimaschutz können wir uns nicht mehr leisten, und die Einführung einer Vermögenssteuer führt unweigerlich zur Abwanderung wichtiger Unternehmen ins Ausland?
Unsere vierteilige Online-Veranstaltungsreihe hinterfragt aktuelle politische Diskurse rund um Sozial- und Wirtschaftspolitik, klärt faktenbasiert über die Einkommens- und Vermögensverteilung, Mindestlohn, Steuern, Arbeitszeit und Klimaschutz auf und beleuchtet verschiedene wirtschaftspolitische Ansätze. Sie will gesellschaftliche und wirtschaftspolitische Zusammenhänge vermitteln sowie zum kritischen Nachdenken und Diskurs insbesondere über soziale Gerechtigkeit anregen.
- 22.09.2026, 18-20 Uhr, online: Die Schere zwischen Arm und Reich: Einkommen, Vermögen und soziale Ungleichheit
- 29.09.2026, 18-20 Uhr, online: Redet noch irgendwer über das Klima? Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Wachstum
- 06.10.2026, 18-20 Uhr, online: Unverzichtbare Solidargemeinschaft oder überteuertes Auslaufmodell? Sozialstaat, Rente und öffentliche Infrastruktur
- 13.10.2026, 18-20 Uhr, online: Zwischen Deindustrialisierung, Fachkräftemangel, Überstunden und „Lifestyle-Teilzeit“: Arbeitsmarkt, Arbeitszeit und Produktivität